Bahnhof Feldafing

Bahnhof Feldafing um 1900 - Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Bahnhof Feldafing um 1900

Johann Ulrich Himbsel (1787 – 1860), königlicher Baurat von König Ludwig I. und König Max II. hat in München als Architekt Karriere gemacht. Vor allem ist er aber als Pionier der Eisenbahnlinie von München nach Starnberg bekannt geworden. Er setzte sich sehr dafür ein, den Starnberger See für die Münchner schneller zugänglich zu machen.

Was unter König Ludwig I. noch nicht möglich war,  nahm unter dem nächsten König, Max II. Gestalt an. 1849 wurde eine Aktiengesellschaft für den Zweck des Bauens und Betriebes einer Eisenbahn von München nach Starnberg gegründet. Unter der Leitung von Himbsel fuhr bereits 5 Jahre später der erste Zug von München nach Starnberg. Im Jahr 1861 kaufte der Bayerische Staat die Eisenbahn AG, was dessen Erben einen ansehnlichen Gewinn brachte.

Himbsel ist es auch zu verdanken, dass 1851 der erste Dampfer namens Maximilian, von Maffei gebaut, von Starnberg nach Seeshaupt verkehrte.

1864 starb Maximilian II. und mit ihm die Pläne für das Feldafinger Schloss. Die bereits gebrannten, beziehungsweise für den Schlossbau angelieferten Ziegelsteine waren unnötig geworden. Man benutzte die Steine zum Bau der Bahnhöfe Feldafing und Possenhofen.

Die Weiterführung der 1854 für eine Privatbahn von München über Pasing nach Starnberg gebauten Trasse wurde 1864/65 durchgeführt; der Fahrbetrieb wurde am 16. Oktober 1865 aufgenommen. Ursprünglich war die Streckenführung durch den Feldafinger Park geplant gewesen. König Maximilian II. von Bayern als Besitzer hatte aber diese geplante Beschädigung seiner künstlerischen Parkanlage gerade noch rechtzeitig vor seinem Tod 1864 und zum Dank der Nachwelt verhindern können. 1900-01 wurden die heute noch bestehenden Bahnunterführungen gebaut, 1902 ein zweites Gleis. 1924 wurde die Strecke elektrifiziert (Strom erzeugte das von Oskar von Miller gebaute Walchenseekraftwerk).

Dem Beginn des Fahrbetriebs der S-Bahn 1972 (Olympia in München) folgte die Stilllegung des Bahnhofsgebäudes, das danach durch Wohnungen und Werkstätten genutzt wurde.


Feldafing

Original Fahrplan für den "Separatzug Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin von Feldafing nach Ischl, am 23. und 24. Juni 1885."
Original Fahrplan für den "Separatzug Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin von Feldafing nach Ischl, am 23. und 24. Juni 1885."

Feldafing am Starnberger See wurde 1116 erstmals urkundlich erwähnt und hat eine sehr lange Tradition. Die außergewöhnliche Lage des Ortes im Voralpenland zwischen München und Garmisch direkt am Starnberger See mit der Roseninsel und dem Blick über den See auf die gesamte Alpenkette zog schon früh Touristen nach Feldafing (ca. 1850).

Zuerst waren es der Hochadel, wie die Wittelsbacher, und die Großindustriellen, wie Ritter von Maffei, die diese Perle am See - zunächst hauptsächlich in den Sommermonaten - für sich entdeckten. Sie waren es auch, die durch Kultivierung der Landschaft, wie z.B. dem Lenné-Park (1854) mit dem Casino auf der Roseninsel und der Schaffung der Infrastruktur, wie dem Eisenbahnbau bis Feldafing (1864), einen Ausgangspunkt für die touristische Entwicklung des Ortes schufen.
         
Es entstanden in dieser Zeit auch kleinere Gasthäuser und viele der auch heute noch zu bewundernden Villen von Herrschaften, die den Ort nach einem Urlaubsaufenthalt gar nicht mehr verlassen wollten. Der bis heute wohl berühmteste Gast, selbstverständlich neben vielen weiteren Berühmtheiten, ist die Kaiserin Elisabeth von Österreich, die über 24 Sommer nach Feldafing kam. Neben dem von ihr bewohnten Hotel Strauch (heute nach ihr "Kaiserin Elisabeth" genannt) entstanden in dieser Zeit auch noch andere größere Gasthäuser, ein Kurhaus, ein Strandbad und einer der ersten Golfplätze in Deutschland (1926).
      
Der Erholungsort Feldafing bietet neben allen Arten von Wassersport auch ideale Bedingungen für Golfer, Radfahrer, Wanderer und Naturfreunde. Für Kulturliebhaber ist neben den nahe bei Feldafing liegenden Schlössern und Kirchen (z.B. Kloster Andechs) und dem denkmalgeschützten Kalvarienberg in Feldafing ein reichhaltiges Programm in Bezug auf Museen (Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen, Buchheimmuseum) und Konzerten in der Umgebung geboten. So ist die Landeshauptstadt München sowohl mit dem Auto als auch mit der S-Bahn (S6) in ca. 35 Minuten zu erreichen.


König Maximilian II.

Maximilian II. von Bayern - Quelle: Wikipedia
Maximilian II König von Bayern

Maximilian II. Joseph (* 28. November 1811 in München; † 10. März 1864 in München) war ein deutscher Fürst aus dem Geschlecht der Wittelsbacher und von 1848 bis 1864 König von Bayern. Er war verheiratet mit Marie Friederike von Preußen, aus dieser Ehe gingen die späteren bayerischen Könige Ludwig II. und Otto I. hervor. Sein jüngerer Bruder war der Prinzregent Luitpold.

Bereits im Mai 1831 wurde dem 19 jährige Kronprinz Maximilian bei einem Ausflug mit der königlichen Familie erstmals bewusst, welch herrliche Landschaft der Starnberger See bietet. Als dieser 1840 einen „Kronprinzenpalast“ plante und zu diesem Zweck mehrere Bauplätze prüfen ließ, wird er sich an diesen herrlichen Landstrich erinnert haben. Doch bis zu den ersten Grundstückskäufen sollten noch viele Jahre vergehen. Als erstes ließ der Monarch, nun in königlichen Würden, 1850 die Insel Wörth (Roseninsel) erwerben. Nach Fertigstellung der Roseninsel erhielt Lenné 1853 den Auftrag von Maximilian II, nun auch den Park um das geplante Sommerschloss zu planen. Als nach langer Planungsphase im Jahr 1863 endlich mit dem Bau des Schlosses begonnen wurde, war der Park längst fertiggestellt. Mit dem plötzlichen Tod des Königs im März 1864 fand das Schlossprojekt jedoch ein schnelles Ende. Denn sein Sohn und Nachfolger König Ludwig II. ließ das kaum über das Kellergeschoss hinaus gediehene Gebäude wieder abtragen und das Gewölbe verfüllen. Somit fehlt dem Park Feldafing das architektonische Herzstück.

Die Steine des geplanten Schlosses wurden zum Bau des Bahnhofs Feldafing verwendet.


Schloss Feldafing

Schloss Feldafing - © Bayerische Schlösserverwaltung
Schloss Feldafing

1840 äußerte Max II. den Entschluss eine Erziehungsanstalt für künftige Staatsbeamte zu erbauen. Auf der Suche nach einem geeigneten Areal wurden vom Oberhofmarschallstab acht verschiedene Vorschläge unterbreitet. Darunter die Feldafinger Landschaft mit der vorgelagerten Insel. 1845 bestimmte Max II. den Standort für das Maximilianeum an Münchens Isarufer. Das Feldafinger Gelände, das Max II. so gut gefiel war dadurch frei für andere Planungen. Daraus entsprang die wage Phantasie am Ufer Feldafings, gegenüber der heutigen Roseninsel ein Sommerschloss zu bauen. Mit der Besteigung des Throns 1845, nahm diese Vision konkrete Formen an. Nach einem Entwurf von August von Voit wurde 1862 mit dem Bau des Schlosses und der Stallgebäude begonnen. Es waren lediglich die Kellergewölbe fertiggestellt, als König Max II. im März 1864 im Alter von  nur 53 Jahren plötzlich verstarb.

Nach dem Tod von König Maximilian II. stellte sein Nachfolger, Ludwig II., den Bau ein. Das Kellergewölbe wurde mit Erde überfüllt. Der Schlosspark blieb ohne Schloss.


Roseninsel Feldafing:

Roseninsel Starnberger See
Roseninsel Feldafing

Mit der ab 1850 ausgeführten Roseninsel und dem vier Jahre später begonnenen Park Feldafing fügte König Maximilian II. von Bayern den bestehenden wittelsbachischen Parkanlagen am Starnberger See zwei Meisterwerke der Gartenkunst hinzu. Der der Roseninsel gegenüberliegende, von dem späteren Hofgärtendirektor Carl von Effner ausgeführte Park Feldafing zeigt herrliche, von alten Eichen und Buchen gerahmte Ausblicke in die Landschaft mit dem Starnberger See und der Gebirgskette der Alpen als malerischem Hintergrund. Der frühe Tod Maximilians II. im März 1864 verhinderte die Ausführung des Sommerschlosses, das auf einer Anhöhe im Park Feldafing geplant war.

Der Sohn Maximilians, Ludwig II., nutzte den abgeschiedenen Ort für den Empfang von Staats- und anderen Gästen wie der russischen Zarin Maria Alexandrowna und Richard Wagner. Ludwig schätzte die Insel auch als Ort für diskrete Treffen mit Günstlingen, und auch mit seiner kaiserlichen Cousine Elisabeth traf er dort gelegentlich zusammen.

"Sissi" kannte die Gegend gut, sie hatte einen großen Teil ihrer Jugend im nahegelegenen Schloss Possenhofen verbracht und kam auch später viele Jahre im Sommer nach Feldafing, wo sie im "Hotel Strauch" (heute "Hotel Kaiserin Elisabeth") zu residieren pflegte. Sie ließ sich dann fast täglich auf die Insel übersetzen, auch in Ludwigs Abwesenheit, und dürfte damit (außer dem Gärtner) diejenige Einwohnerin sein, welche das idyllische Refugium für die längste Zeitdauer tatsächlich bewohnt hat. Elisabeths Vorliebe für die romantische Insel war wohl der Hauptgrund, warum Ludwig den Ort so sorgfältig pflegen ließ. Ein Treffen der beiden wurde 1972 von Luchino Visconti mit Romy Schneider und Helmut Berger in dem Film Ludwig II. auf der Roseninsel nachgestellt.


Lenné Park Feldafing

Lenne-Büste Feldafing - Markus Geiger
Lenné Büste im Feldafinger Park

Peter Joseph Lenné (1789 - 1866) wurde von König Max II. beauftragt auf der von ihm erworbenen Insel  Wörth im Würmsee (Starnberger See) die Gartenanlage zu bauen. Neben der Villa wurde das Rosenrondell angelegt. Innerhalb weniger Jahre war aus einer Fischerinsel die königliche Roseninsel geworden. Gegenüber der Insel hatte König Max II. den Bau eines Schlosses mit Park beabsichtigt. Lenné wurde mit der beplanung des Schlossparks 1853 beauftragt. Elemente eines Landschaftsparkes nach englischem Vorbild, mit malerischen Baumgruppen, waren das Vorbild. Die Aufsicht über die Bepflanzung hatte der Oberhofgärtner Karl Effner sen.

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